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INTERVIEW

„Ich will Emotionen
schaffen“

Die Konzepte von Innenräumen werden für
den ganzheitlichen Ansatz von autonomen
Automobilen immer wichtiger. Ein Gespräch
mit Diana Kloster über das Auto der Zukunft
als neuen Rückzugsort .
Frau Kloster, wie werden sich die Herausforderungen an das Interieur-Design in Zukunft verändern?

Ich glaube, dass ein mentales und physisches Wellbeing sowie emotionale Intelligenz im echten und im digitalen Leben die größten Bedürfnisse und Herausforderungen der Zukunft sein werden. Deshalb liegt für mich der Fokus auf zwei Dingen: zum einen auf der Weiterentwicklung einer digitalen Interaktion, die den Menschen Technologievorteile verschafft. Und zum anderen auf dem Umgang mit kulturellen Veränderungen, die immer mehr Achtsamkeit von uns erfordern werden. Die Aufgabe an uns Innendesigner ist es, Fahrzeuginnenräume zu schaffen, die unser Wohlbefinden stärken.

Das Auto wird zum Rückzugsort?

Ja, wir werden uns nach immer mehr Umgebungen sehnen, in denen die Sorgen und der Stress des Alltags fern sind, in denen visuelle Eindrücke und Geräusche fast schon wie in einem Meditationsraum minimiert sind. Das Auto wird zur Ruhezone. „Cocooning“ ist ein Trend, der auch in das Autodesign Einzug hält.

Diana Kloster

In etwas Weichem zu sitzen oder einen
weichen Gegenstand zu berühren, ruft
immer ein Gefühl hervor.

Inwiefern haben Farben und Materialien in Autos eine Wirkung auf uns?

Für mich ist es sehr wichtig, mit Farben Emotionen hervorzurufen. Ein bisschen Gelb kann einen Raum erwecken, Grauschattierungen können einen Raum gestalten, ein Hauch von Rosa kann Menschen zum Lächeln bringen. In etwas Weichem zu sitzen oder einen weichen Gegenstand zu berühren, ruft immer ein Gefühl hervor. Diese Erfahrung ist eine essenzielle Ergänzung zum eigentlichen Design.

Sollten Innenräume von Fahrzeugen möglichst empathisch gestaltet werden, also direkt auf die Laune ihrer Insassen reagieren?

Das ist die Zukunft. Wir könnten Farben und Düfte einsetzen, um Stimmungen zu erzeugen, sei es zur Entspannung oder zur Energetisierung, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit. Wir könnten sogar die circadianen Rhythmen wie den Schlaf-wach-Rhythmus berücksichtigen und die Insassen mit farbigen Lichtern stimulieren. Multisensorische Designs werden ja schon heute für therapeutische Effekte verwendet und kommen in medizinischen Räumen zum Einsatz, wo sie eine schnellere Heilung fördern können. Warum also nicht solche Maßnahmen auch im Auto anwenden?

Welches Detail des neuen Hyundai Prophecy gefällt Ihnen persönlich am meisten?

Der Teppich besteht aus Wolle, die geformt und in Sedimente geschnitten wurde, um eine weiche topografische Landschaft zu schaffen, die an die Canyons und schwarzen Strände der koreanischen Vulkaninsel Jeju erinnert. Ein kleines Detail wie ein Teppich wird so schon zu einem naturverbundenen Erlebnis. Mir gefällt es, wenn organische Materialien in einen Dialog mit futuristischen Formen treten und die Verbindung zur Natur immer eine Rolle spielt.

Diana Kloster

ist seit 2017 Head of Hyundai Colorteam in Namyang. Die Designerin ist in der Hyundai
Designabteilung für Farben und Materialien des Innenraums verantwortlich.

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