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GASTKOLUMNE

„Automatikgetriebe
verbrauchen doch
sowieso mehr Sprit!“

Text: Dagmar Puh
Illustration: Paddy Mills
Diese Aussage würden sicher viele so unterschreiben. Denn für viele Autoliebhaber gehört das klassische Schaltgetriebe einfach zum dynamischen Fahrerlebnis dazu. Aber warum entscheiden sich dann trotzdem immer wieder Fahrerinnen und Fahrer für ein Automatikauto? Und welche Rolle wird das Getriebe in Zukunft noch spielen?
Was macht ein Automatikgetriebe eigentlich aus?

Die Hauptkomponenten eines Automatikgetriebes sind der Drehmomentwandler, die Planetengetriebe sowie die Lamellenkupplungen, die die unterschiedlichen Übersetzungen realisieren. Die Komponenten wirken so zusammen, dass ein kontinuierlicher Kraftfluss erzeugt und somit die Kraft sehr konstant an die Antriebsachsen übertragen wird. Der Drehmomentwandler ist, wenn es zum Verbrauch kommt, auch die Schwäche des Automatikgetriebes. Einfach gesagt: Im Drehmomentwandler wird mechanische Energie durch die Drehbewegung des Motors in Strömungsenergie des Öls umgewandelt – und dann wieder zurück in mechanische Energie für die Bewegung der Antriebsachse. Und dieser Vorgang, der einen hohen Wirkungsgradverlust hat, verursacht den hohen Verbrauch, der bis zu zwei Liter betragen kann.

Also verbraucht ein Automatikgetriebe doch mehr Sprit?

Ja, ein Automatikgetriebe verbraucht tatsächlich mehr Sprit als ein Schaltgetriebe. Aber es gibt auch kraftstoffsparende Alternativen: Das sogenannte Doppelkupplungsgetriebe (kurz DCT-Getriebe) nutzt die Vorteile vom Automatik- und Schaltgetriebe – und verbindet so das Beste aus beiden Welten. Denn das DCT-Getriebe reiht zwei Schaltgetriebe mit einer jeweils separaten Kupplung aneinander. Ein Teilgetriebe ist dann für die geraden und das andere für die ungeraden Gänge zuständig. Was ist der Vorteil? Es entstehen ein fließender Übergang und kontinuierlicher Kraftfluss wie bei einem normalen Automatikgetriebe, aber die Kraft selbst wird wie bei einem Schaltwagen direkt über die Zahnräder übertragen. Das Beste aus beiden Welten eben! Da für diesen Vorgang nun eine geringere Motorenleistung benötigt wird, reduziert sich der Verbrauch. Bei unserem beliebtesten DCT-Modell, dem Hyundai TUCSON, liegt der Verbrauch auf dem Niveau des vergleichbaren Schaltgetriebes oder ist sogar niedriger.

Und welches Getriebe wird sich in Zukunft durchsetzen?

Das herkömmliche Schaltgetriebe wird immer mehr in den Hintergrund rücken. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Mobilität in Zukunft immer grüner und nachhaltiger werden wird. Das bedeutet auch: Batteriefahrzeuge, inklusive der verschiedenen Hybride, sind auf dem Vormarsch – und sie fahren allesamt ohne Schaltgetriebe. Die Plug-In Hybride sind beispielsweise entweder mit einem Automatik- oder DCT-Getriebe ausgestattet, reine Elektrofahrzeuge hingegen besitzen ein Induktionsgetriebe und verfügen dementsprechend über keine Schaltung im eigentlichen Sinne mehr.

Portraitbild Oliver Gutt

Oliver Gutt

Manager Future Business Development bei Hyundai Motor Deutschland

Unser Besserwisser entlarvt Mythen des mobilen Alltags. Heute widmet sich Oliver Gutt
unseren Fragen rund um das Thema Automatikgetriebe. Der gelernte Betriebswirt ist Autoenthusiast und
kennt sich bestens in allen technischen Details aus.

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