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Wer ist_Anne Schultes
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HYUNDAI MAGAZIN
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HYUNDAI MAGAZIN
Ihre rechte Hand zittert. Dennoch zeigt
die dünne Linie aus weißem Zuckerguss,
die Anne Schultes mit der Spritztüte
zuoberst auf die Torte legt, keinerlei Er-
schütterung in ihrem schwungvollen Bo-
gen. Gleich daneben setzt die 35-Jährige
akkurat weitere Bögen, die sich immer
weiter aneinander schmiegen und nach
wenigen Minuten eine prächtige, süße
Blüte ergeben. Am Ende ihrer Arbeit an
der Hochzeitstorte mit türkisgrünem Mar-
zipanmantel ist Anne Schultes aber noch
nicht angelangt. Je nach Aufwand verge-
hen mehrere Stunden, bis die kunstvoll
verzierten Schoko-, Mandel- oder Biskuit-
torten aus ihrem kleinen Kölner Laden
fertig sind. ,,Bis zu sechs Torten dekorie-
re ich am Tag", beschreibt die Gründerin
von Madame Miammiam. ,,Dann kann es
aber abends auch sehr spät werden."
Es scheint, als ob Anne Schultes mit
ihrer Leidenschaft eine Marktlücke ent-
deckt hat. Die ehemalige Kunststudentin,
die in London, Düsseldorf und Braunschweig Akademien und
Hochschulen besucht hat, betreibt seit etwas mehr als drei Jah-
ren ihr Geschäft im zentrumsnahen Belgischen Viertel der Dom-
stadt. Dort gibt es Torten und Petit Fours für alle Gelegenheiten,
ausschließlich in Handarbeit und bis auf zwei Hochzeitsange-
bote für den kleinen Geldbeutel zum größten Teil individuell auf
Bestellung gefertigt ­ mal kunterbunt, mal elegant-weiß, mit
Marzipanblüten verziert oder mit feinen Stoffbändern veredelt.
Sieben Mitarbeiter gehen der in England ausgebildeten Kondi-
torin inzwischen zur Hand, backen, bereiten vor, fertigen kleine
Blüten oder opulente Blumen. Anne Schultes vollendet dann mit
kunstvollen Dekors die süßen Versuchungen, die auf Firmen-
und Familienfeiern optische wie genussvolle Höhepunkte setzen.
Erfolg als Geschäftsfrau ­ lange Zeit sah der Lebenslauf von
Anne Schultes ganz und gar nicht danach aus. ,,Ich bin bestimmt
nicht die geborene Chefin", sagt sie lachend und fügt an, dass
sie früher ,,so etwas wie das schwarze Schaf" der Familie ge-
wesen sei. Die Schule hat sie in der elften Klasse abgebrochen,
stattdessen hier und da gejobbt und sich ansonsten der Kunst
Süße Kunst
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Mal kunterbunt, mal
elegant-weiß, mal
mit Blüten verziert
oder mit feinem
Stoffband veredelt ­
die süßen
Versuchungen
lassen einem das
Wasser im Mund
zusammenlaufen.